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Rinder

Rinder

Deutsche Holsteins

Schwarz- und Rotbunte

sowie Fleckvieh

Rinder haben die größte Bedeutung innerhalb der Tierproduktion Deutschlands.

Hauptsächlich werden Milch- und Zweinutzungsrassen gehalten.

Zunehmend spielen auch Fleischrinder und sogenannte Robustrinderrassen eine Rolle.

Diese werden überwiegend in der Mutterkuhhaltung von Nebenerwerbs-betrieben für

die extensive Grünlandbewirtschaftung und zunehmend im Naturschutz eingesetzt.

Die Zahl der Milchviehhalter reduzierte sich in Hessen von 1970 bis 2010 um 94%,

während die Zahl der Milchkühe um 58% zurück ging. Im gleichen Zeitraum ist die

Milchleistung von 3.000 kg je Kuh und Jahr auf 7.040 kg in 2010 gestiegen.

Grundlage einer erfolgreichen Rinderzucht sind umfangreiche Leistungsprüfungen.

Über 85 % aller Milchkühe in Hessen sind MLP-Kühe (milchleistungsgeprüfte

Kühe). Die Milchleistungsprüfung wird 11 mal im Jahr bei allen Tieren

eines Bestandes durchgeführt. Die erfassten Merkmale sind Milchmenge, Milchinhaltsstoffe

und Milchqualität.

Im Rahmen der Fleischleistungsprüfung, ermittelt man die Mastleistung und den Schlachtkörperwert, z.B. Schlachtausbeute, Rückenmuskelfläche, Fleisch-, Fett- und Knochenanteil.

In Hessen sind mit dem Jahresabschluss 2016 1.811 Betriebe mit 122.544 Kühen

der Milchleistungsprüfung bei dem Hessischen Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen in der Tierzucht e.V. in Alsfeld angeschlossen.

Die Durchschnittskuhzahl dieser Betriebe liegt bei 67,7 Kühen mit einer Leistung von

8.454 Milchkilogramm mit 4,09 % Fett und 3,40 % Eiweiss.

Verteilung der MLP-Kühe in Hessen 2016

Schwarzbunte 67 %

Rotbunte 14 %

Fleckvieh 9 %

Sonstige 10 %

 

Im Wetteraukreis standen im Jahr:

2003 in 135 Betrieben 5.816 Milchkühe,

2010 in 98 Betrieben 5.481 Milchkühe,

2012 in 97 Betrieben 5.385 Milchkühe,

2015 in 72 Betrieben 5.168 Milchkühe,

Juni 2017 in 59 Betrieben 5.036 Milchkühe,

mit dem Abschluss welche der Milchleistungsprüfung angeschlossen sind.

Diese Zahlen zeigen auf, dass der Strukturwandel in der Tierhaltung, hier insbesondere

im Milchviehbereich weiter fortschreitet.

 

Aussteller - Verzeichnis 2017

Allendörfer, Christian 61273 Wehrheim

Hess, Markus 63637 Jossgrund

Klarmann, Martin 63674 Altenstadt

Trageser, Mark 63589 Linsengericht

Wyschka, Andreas 61194 Niddatal

 

 

 

 

 
Rassebeschreibung und Zuchtziel der Rasse
Deutsche Holsteins

 

Deutsche Holsteins der Farbrichtungen Schwarzbuntund Rotbuntwerden auf hohe Milchleistung und gute Zuwachsleistunggezüchtet. Angestrebt wird die rentable Leistungskuh in milchbetontem Typ, die durch ein großes Futteraufnahmevermögen, stabile Gesundheit und gute Fruchtbarkeit viele Laktationennutzbar ist.

 

Für den Komplex Milchleistung wird ein genetisches Leistungspotential von 10.000 kg Milch (305-Tage-Leistung) mit einem Fettgehalt von 4 % und einem Eiweißgehalt von 3,4 %angestrebt.

Ausgewachsene Kühe sollten eine Kreuzhöhe von 145 bis 156 cm sowie ein Gewicht von 650 bis 750 kg erreichen. Ihr Körperbau und ihre Bewegungsmechanik, einschließlich eines korrekten und widerstandsfähigen Fundaments, müssen den hohen Leistungsanforderungen entsprechen.

Verlangt wird außerdem ein gut melkbares Euter, das in Qualität und Funktionsfähigkeit hohe Tagesleistungen über viele Laktationenermöglicht und den Anforderungen moderner Melksysteme entspricht.

 

Kühe: Kreuzhöhe: 145 -156 cm      Lebendgewicht: 650 -750 kg

 

 

Rassebeschreibung und Zuchtziel der Rasse
Deutsches Fleckvieh

 

Angestrebt wird ein Zweinutzungsrind mit hoher Milch- und Fleischleistung. Eine gute Wirtschaftlichkeit wird erreicht durch großes Futteraufnahmevermögen in Verbindung mit hoher Leistung, regelmäßiger Fruchtbarkeit, Frohwüchsigkeit und Anpassungsfähigkeit. Besonderer Wert wird gelegt auf straffe, gut geformte und leicht melkbare Euter sowie korrekte, trockene Gliedmaßen mit festen Klauen sowie bester Bemuskelung und optimalem Rahmen.

Im Einzelnen werden folgende Leistungen angestrebt: in der Milchleistung eine Durchschnittsleistung von über 7.000 kg Milch mit mindestens 3,90 % Fett und 3,70 % Eiweiß; in der Fleischleistung Tageszunahmen bei Jungbullen von 1.300 g, ein hervorragender Schlachtkörperwert durch hohe Schlachtausbeute (über 60 %), hohen Fleischanteil (über 70 %) und vorzügliche Fleischqualität; eine Widerristhöhe bei ausgewachsenen Bullen von 150 - 158 cm, bei ausgewachsenen Kühen von 138 - 142 cm; ein Gewicht bei ausgewachsenen Bullen von etwa 1.200 kg, bei ausgewachsenen Kühen von etwa 750 kg. Das Erstkalbealter sollte 24 bis 28 Monate betragen.

 

Kühe:

Widerristhöhe: 138 - 142 cm

Lebendgewicht: 750 kg

Bullen:

Widerristhöhe: 150 - 158 cm

Lebendgewicht: 1.200 kg

 
Rassebeschreibung und Zuchtziel
Deutsches Rotvieh

 

Deutsches Rotvieh/Angler werden bei hohen Milchleistungen auf Milchinhaltsstoffe sowie gute Zuwachsleistungen gezüchtet. Angestrebt wird eine wirtschaftliche Leistungskuh im milchbetonten Typ, die durch ein großes Futteraufnahmevermögen, stabile Gesundheit und gute Fruchtbarkeit über viele Laktationen nutzbar ist. Es wird eine Milchleistung von 9.000 kg Milch (305-Tage-Leistung) bei einem Fettgehalt von 4,8 % und einem Eiweißgehalt von 3,8 % angestrebt. Ausgewachsene Kühe sollen eine Kreuzhöhe von 145 cm sowie ein Gewicht von 650 kg erreichen. Der Körperbau und die Bewegungsmechanik einschließlich korrekter Beine und geschlossener, möglichst schwarzer Klauen, sichern die hohen Leistungsanforderungen. Das gut melkbare Euter, das durch seine Qualität und Funktionsfähigkeit die angestrebten hohen Tagesleistungen über viele Laktationen ermöglicht, entspricht den Anforderungen moderner Melksysteme. Weiter werden eine hohe Krankheits- und Mastitisresistenz, Vitalität sowie leichte Kalbungen und geringe Kälberverluste angestrebt, dazu eine problemlose Anpassung an alle Klimazonen. Jungrinder sollen im Alter von fünfzehn Monaten und Jungbullen im Alter von dreizehn Monaten voll zuchttauglich sein. Das Deutsche Rotvieh/Angler ist rot gezeichnet, kann aber durch Einkreuzung anderer Gene auch rotweiß sein.

 

Kühe: Kreuzhöhe: 145 cm Lebendgewicht: 650 kg

 

 

Rassebeschreibung und Zuchtziel
Deutsches Braunvieh

 

Das Deutsche Braunvieh ist eine milchbetonte Zweinutzungsrasse. Neben der Milchleistung und dem Euterwird bei der Zucht besonderer Wert auf die Anpassungsfähigkeit, Langlebigkeit und das gesunde Fundament der Tiere gelegt. Die Eignung des Braunviehs für Grenzstandorte der Milcherzeugung wie Bergregionen, extreme Klima- und Futterverhältnisse, die Tropen und die günstige Zusammensetzung seines käsereitauglichen Milcheiweißes finden bei der Zucht Berücksichtigung.

 

Die ideale ausgewachsene Braunviehkuh ist 138 -152 cm (Widerrist) groß, über 600 kg schwer, sie gibt aufgrund der unterschiedlichen Standortbedingungen je nach Haltungsintensität mindestens 8000 bis 9000 kg Milch im Jahr mit mindestens 7 -8% Gesamtinhaltstoffen Fett/Eiweiß. Die Mengenleistung muss dabei 250-300 kg Eiweißübersteigen. Bei Haltung an stark benachteiligten Standorten werden auch niedrigere Leistungen akzeptiert. Ihr Kalbeabstand soll 400 Tage nicht überschreiten.

 

Die Mastfähigkeit und Schlachtkörperqualität der Braunviehtiere genügt den wirtschaftlichen Anforderungen extensiver und intensiver Rindermastverfahren. In Kombination mit spezialisierten Fleischrassen entstehen Kreuzungsprodukte, die in Mast- und Fleischleistung mit reinen Mastrassen ökonomisch konkurrieren können.

 

Braunviehstiere zeigen eine gute Jugendentwicklung mit mindestens 1050g täglicher Zunahme im ersten Lebensjahr. Männliche Zuchttiere sind mit einem Jahr fruchtbar, 128 -138 cm (Widerrist) groß und wiegen mindestens 430 kg. Maststiere erreichen im Alter von 450 Tagen mit 560 kg die Schlachtreife, ihre tägliche Zunahme in der Intensivmast liegt über 1200 g pro Tag.

 

Kühe:

Widerristhöhe: 138 -152 cm

Lebendgewicht: > 600 kg

Bullen 1 Jahr:

Widerristhöhe: 128 -138 cm

Lebendgewicht: > 430 kg

 

 
Rassebeschreibung und Zuchtziel
Deutsches Jersey

 

Zuchtziel Kühe:

Die Jerseys sind Einnutzungsrinder mit der höchsten Stoffumsatzleistung aller Milchrinder. Sie verfügen über eine sehr hohe Milch-, Fett- und Eiweißleistung, wobei der Eiweißgehalt der höchste aller Rassen ist und über einen hohen Anteil an Kappa-Cassein-Genotyp BB verfügt. Die Tiere sind sehr frühreif (Färsen im Alter von 21 bis 24 Monaten) und kalben sehr leicht.

Jerseys sind für viele Spezialzuchtprogramme weltweit wieder als Kreuzungspartner interessant geworden. Sie verzeichnen als einzige Rasse weltweit einen Zuwachs in der Verbreitung und Kuhzahl.

 

Das Zuchtziel ist gerichtet auf die Erzeugung eines frühreifen und robusten Milchrindes mit einem Lebendgewicht von mehr als 400 kg und einer Kreuzbeinhöhe von 125 cm und mehr. Die Jerseys haben unter den vorhandenen, sehr vielschichtigen, klimatischen und betriebswirtschaftlichen Verhältnissen eine hohe Anpassungsfähigkeit und erzeugen bei bester Futterverwertung einen hohen Eiweißgehalt (ca. 4,2 %). Eine ausgewachsene Kuh erbringt eine Milchleistung von 6000 kg bzw. 600 kg Fett und Eiweiß, wobei die Grenzen nach oben offen sind. Im Körperbau und der Bewegungsmechanik, einschließlich eines korrekten und sehr widerstandsfähigen Fundaments mit besten Klauen, müssen die Tiere den hohen Leistungsanforderungen gerecht werden. Verlangt wird außerdem ein gutmelkbares, funktionelles Euter, das durch sehr gute Qualität hohe Tagesleistungen über viele Laktationen ermöglicht.

 

Kreuzhöhe: > 125 cm Lebendgewicht: > 400 kg

 

 

Aussteller Demogruppen:

Fleischrinder, Kälber

 

Karl-Wilh. Becker 36320 Kirtorf Rotes Höhenvieh

Astrid Steinhoff 35435 Wettenberg Rotes Höhenvieh

Christoph Frisch 61239 Ober-Mörlen Rotes Höhenvieh

Jürgen Martin 36341 Lauterbach Rotes Höhenvieh

Andreas Wyschka 61194 Assenheim Rotes Höhenvieh

Tobias Feucht 61352 Bad Homburg Fleckvieh Fleisch

Mario Walther 60437 Frankfurt Fleckvieh Fleisch

Raab GbR 61381 Friedrichsdorf Fleckvieh Fleisch

Gerty-Strohm-Stiftung 61118 Bad Vilbel Hereford

Karsten Watz 35625 Hüttenberg Limousin

Peter-Josef Bausch 65589 Hadamar Limousin

Manfred Lamp 63667 Nidda Galloway

Arno Molter 65321 Heidenrod Galloway

Gries GbR 35321 Laubach Charolais

Remo Stieh 61381 Friedrichsdorf Gelbvieh

 

Kälbervorführung

Janis Klarmann 63674 Altenstadt Sbt.

Kerstin Hohmann 63607 Leisenwald Dt. Flv.

Emilie Hohmann 63607 Leisenwald Dt. Flv.

Helma Flores 61203 Reichelsheim Dt. Flv.

Anne Kistner 63607 Wächtersbach DH.Rbt.

Nathalie Kossmann 63636 Brachttal DH.Rbt.

 

 

 

 

Rassebeschreibung und Zuchtziel
der Rasse Rotes Höhenvieh

 

Farbe:

Körper: einfarbig rot- bis dunkelbraun; Hals und Nacken bei Bullen oft dunkler; Stirnschopf bei Kühen und Bullen bisweilen heller bis schwarzbraun; weiße Flecken am Euter werden toleriert

Flotzmaul und Hörner:  hell, letztere mit dunklen Spitzen

Schwanzquaste: hell bis von roten Haaren ummantelt

 

Körperbau:

mittelrahmig innerhalb des Fleischrasse-Spektrums; langer, gerader Rücken; gut entwickelte Vorhand; gute Rippenwölbung bei tiefer Brust und Flanke; langes und breites Becken; korrekte trockene Gliedmaßen; klare Sprunggelenke; dunkle, harte Klauen; nicht zu tief sitzendes funktionales Euter.

 

Produktionseigenschaften:

Genügsamkeit, Widerstandsfähigkeit, Leichtkalbigkeit, beste Marschfähigkeit und Weideeignung, sehr gute Grundfutterverwertung,  beste Muttereigenschaften, sehr gute Milchleistung; frohwüchsige Kälber, hohe Absetzgewichte, erkennbare, gleichmäßige Bemuskelung, hohe Fleischqualität, feine Fleischfaserung

 

Eckdaten für ausgewachsene Bullen und Kühe:

 

Bullen

Kühe

Kreuzbeinhöhe, cm

um 142

um 138

Gewicht, kg

um 900

um 650

 

Zuchtziel:

Die in der Rassebeschreibung vorgegebene Farbe ist einzuhalten. Farbabweichungen sind bei Körung oder Einstufung in der Typnote wie folgt zu bewerten.

a) weiße Flecken am Körper:

max. Note 4 = mehrere sichtbare weiße Flecken

b) pigmentiertes  Flotzmaul:

max. Note 4 = voll pigmentiert dunkel

c) weiße Flecken Euter:

max. Note 4 = Euter komplett weiß

 

Für Bullen und weibliche Tiere gilt gleichermaßen:

Kopf mittellang, breite Stirn, gut proportionierte, harmonische Übergänge, Hals mittellang und kräftig, ausgebildete Wamme, tiefe und breite Brust, feste Schulter, korrekte kräftige und trockene Gliedmaßen, harte und dunkle Klauen

 

Kühe:

Euter gut sitzend, Behaarung möglich, Strichausbildung gleichmäßig

Zu tief hängende Euter und nicht saugfähige Zitzen werden im Typ max. 4 bewertet.

Die Kuh soll aufgrund regelmäßig lebend geborener Kälber, guter Milchleistung und guter Mütterlichkeit eine gute Aufzuchtleistung zeigen. Eine lange Nutzungsdauer wird angestrebt.

Hörner seitwärts, dann aufwärts geschwungen

 

Bullen:

stark entwickelte Vorhand, Hörner kurz und kräftig

 

 

Rassebeschreibung und Zuchtziel der Rasse
Fleckvieh SIMMENTAL

 

Farbe:

Körper: gedeckt, gescheckt, gefleckt, gesprenkelt vom dunklen Rotbraun bis zum hellen Gelb auf weißem Grund. Unterbauch überwiegend weiß. Füße und Schwanzquaste weiß

Kopf: überwiegend weiß, helles Flotzmaul

Körperbau:

Mittel- bis großrahmig innerhalb des Fleischrasse-Spektrums, lang, breit und tief im Rumpf

trockene, in der Stärke zum Körperbau passende Gliedmaßen mit festen Klauen, gute und sehr gute Bemuskelung an allen wichtigen Körperpartien, gute und funktionale Euter

Produktionseigenschaften:

Ruhig und gutmütig; beste Weideeignung; sehr hohe Zunahmen; regelmäßiges, problemloses Abkalben; beste Muttereigenschaften, sehr gute Milchleistung; frohwüchsige Kälber, hohe Absetzgewichte, sehr gute Fruchtbarkeit, in der Mast hohes Futteraufnahmevermögen, sehr gute Zunahmen, ausgeprägte Bemuskelung, geringe Verfettung, marktgerechte Schlachtkörper

 

Eckdaten für ausgewachsene Bullen und Kühe:

 

Bullen

Kühe

Kreuzbeinhöhe, cm

um 157

um 147

Gewicht, kg

um 1.200

um 800

 

 

 

 

 

Zuchtziel

Für Bullen und weibliche Tiere gilt gleichermaßen:

Genetische Hornlosigkeit, gut proportionierter Körperbau, harmonische Übergänge, nicht zu langer Kopf, volle und feste Schulter, Breite in Brust, Rücken und Becken, feste Oberlinie, korrekte Gliedmaßen und Klauen

Bullen sollen sehr hohe Zunahmen zeigen, verbunden mit einer guten Bemuskelung an Schulter, Rücken und Keule.

Weibliche Tiere sollen hohe Zunahmen zeigen, bei einer guten Bemuskelung an Schulter, Rücken und Keule. Wichtig sind korrekte, nicht zu große Euter mit einer Strichausbildung, die problemloses Saugen ermöglicht. Überdurchschnittliche  Milchleistung innerhalb des  Fleischrasse-Spektrums, gute Mütterlichkeit und problemlose, jährliche  Kalbung

Zu tief hängende Euter und nicht saugfähige Zitzen werden mit Typ 4 bewertet. Eine lange Nutzungsdauer wird angestrebt.

Die Anpaarung von gehörnten Tieren ist möglich.

 

 

 

Rassebeschreibung und Zuchtziel der Rasse
Gelbvieh -(Zuchtrichtung Fleischnutzung)

 

Farbe:

Gelbvieh ist ein einfarbiges Rind mit Farbvariationen von hellgelb bis rotgelb.

Weiße oder dunkle Flecken sind unerwünscht.

 

Körperbau:

Besonderer Wert wird gelegt auf korrekte, trockene Gliedmaßen, beste Bemuskelung, vor allem an den wertvollen Körperpartien, auf optimalen Rahmen und auf gute Euterqualität. Es gibt gehörnte und genetisch hornlose Tiere.

 

Produktionseigenschaften:

Gelbvieh wird sowohl in der Doppelnutzung (Milch und Fleisch) im Milchviehbetrieb als auch in der Fleischnutzung im Mutterkuh- und Mastbetrieb gehalten.

 

In beiden Haltungsformen wird eine günstige Wirtschaftlichkeit erreicht durch ein hohes Futteraufnahmevermögen in Verbindung mit sehr gutem Fleischansatz, regelmäßiger Trächtigkeit, problemloser Abkalbung und Anpassungsfähigkeit.

 

Bei ausschließlicher Verwendung zur Fleischproduktion wird ein frohwüchsiges Rind mit optimaler Fleischleistung angestrebt. Eine gute Milchleistung der Muttertiere ist Voraussetzung für hohe Absetzgewichte der Kälber.

 

Weitere Merkmale der Rasse sind:

  • Gutmütigkeit

  • Anpassungsfähigkeit

  • hervorragende Fleischqualität

     

Eckdaten für ausgewachsene Bullen und Kühe:

 

Bullen

Kühe

Kreuzbeinhöhe, cm

um 155

um 145

Gewicht, kg

um 1230

um 780

 

 

 

 

 

 

Zuchtziel

Die in der Rassebeschreibung vorgegebene Farbe ist einzuhalten.

Weiße oder dunkle Flecken sind unerwünscht und bei Exterieurbewertungen in der Typnote mit max. 4 zu bewerten.

Der erwünschte Körperbau ist bei Exterieurbewertungen entsprechend zu berücksichtigen.

Sowohl Bullen als auch weibliche Tiere sollen hohe Zunahmen zeigen, verbunden mit einer guten Bemuskelung an Schulter, Rücken und Keule.

Mit guter Fruchtbarkeit, problemloser Abkalbung und Mütterlichkeit soll die Gelbviehkuh ein gesundes, vitales Kalb pro Jahr aufziehen. Als Voraussetzung für hohe Absetzgewichte wird eine gute Milchleistung der Muttertiere angestrebt.

Zu tief hängende Euter und nicht saugfähige Zitzen werden mit max. Typnote bewertet.

 

Weitere Merkmale:

  • anzustrebendes Erstkalbealter: 24 - 28 Monate

  • Das Merkmal der genetischen Hornlosigkeit ist ein wichtiges Zuchtziel!

 

 

Rassebeschreibung und Zuchtziel
der Rasse Limousin

 

Ursprungsland: Frankreich

 

Farbe:

einfarbig hell- bis dunkelrot;
deutliche Aufhellung um Auge, Maul, Fesselgelenk und Hodensack bzw. Euter; keine Pigmentation und Farbflecken

 

Produktionseigenschaften:

fruchtbar, leichte Geburtsverläufe mit ausreichender Milchleistung und guten Muttereigenschaften; anpassungsfähig und gute Weideeignung; umgänglicher Charakter; kontinuierliche, hohe Mastleistung bei sehr guter Futterverwertung; hervorragende Ausschlachtung mit guter Fleischmarmorierung

 

Eckdaten für ausgewachsene Bullen und Kühe:

Die Rasse Limousin ist groß- bis mittelrahmig in Rechteckform. Innerhalb der Rasse werden die Tiere in Groß, Mittel und in Klein eingestuft. Die Rahmenbeschreibung ist kein Qualitätskriterium.

 

 

Bullen

Kühe

Kreuzbeinhöhe, cm

um 150

um 140

Gewicht, kg

um 1.150

um 775

 

Zuchtziel

Die in der Rassebeschreibung vorgegebene Farbe ist einzuhalten. Eine fehlende deutliche Aufhellung vom Flotzmaul und um die Augen, sowie Farb- und Pigmentflecken im Fell sind bei Exterieurbewertung in der Typnote mit max. 4 zu bewerten.

Der erwünschte Körperbau ist bei Exterieurbewertungen entsprechend der Rassebeschreibung zu berücksichtigen. Die Bewertung des Körperbaus ist bei gehörnten, enthornten und natürlich (genetisch) hornlosen Tieren gleich.

 

Für Bullen und weibliche Tiere gilt gleichermaßen:

Die Schulterpartie soll voll sein und der Rücken und das Becken breit. Eine leichte, wenig geschwungene Oberlinie kann toleriert werden. Der Rücken muss aber fest sein. Besonderer Wert wird auf korrekte Gliedmaßen und korrekte Klauen gelegt.

Bullen sollen sehr hohe Zunahmen und eine besonders gute Bemuskelung an Schulter, Rücken und Keule zeigen.

Weibliche Tiere sollen hohe Zunahmen und eine gute Bemuskelung an Schulter, Rücken und Keule zeigen.

Die Limousinkühe sollen  eine gute Aufzuchtleistung zeigen; d. h. regelmäßig lebend geborene Kälber, gute Milchleistung und eine gute Mütterlichkeit.

Zu tief hängende Euter und nicht saugfähige Zitzen werden mit Typ 4 bewertet.

 

 

Rassebeschreibung und Zuchtziel
der Rasse Charolais

 

Ursprungsland: Frankreich

 

Farbe:

Einfarbig weiß bis cremegelb; Flotzmaul, Klauen und Horn hell

 

Produktionseigenschaften:

  • langlebig

  • fruchtbar

  • jährliche normale Kalbungen

  • ruhiges Temperament (gutmütig)

  • gute Herdenbindung

  • gute Muttereigenschaften

  • vitale Kälber

  • höchste Mastleistung und hohes Grundfutteraufnahmevermögen

  • hohe Ausschlachtung und ausgeprägte Bemuskelung mit relativ geringen   
    Fetteinlagerungen- und auflagerungen am Schlachtkörper

     

Eckdaten für ausgewachsene Bullen und Kühe:

Charolais sind großrahmig innerhalb der Rinderpopulation. Es gibt sie klein-, mittel- und großrahmig innerhalb der Rasse. Die Rahmengröße ist kein Kriterium für den Wert des Tieres.

 

 

Bullen

Kühe

Kreuzbeinhöhe, cm

um 155

um 145

Gewicht, kg

um 1.250

um 850

 

 

 

 

Zuchtziel

Die in der Rassebeschreibung vorgegebene Farbe ist einzuhalten. Ein dunkles Flotzmaul und deutlich abgesetzte Pigmentierung sind bei Körung oder Einstufung in der Typnote mit

max. 4 zu bewerten.

Der erwünschte Körperbau ist bei Exterieurbewertungen entsprechend der Rassebeschreibung zu berücksichtigen. Die Tatsache, dass in der Zucht auch genetisch hornlose Tiere erwünscht sind, hat keine andere Bewertung des Körperbaus dieser Tiere zur Folge.

 

Für Bullen und weibliche Tiere gilt gleichermaßen:

Die Schulterpartie soll voll sein und der Rücken und das Becken breit. Die Oberlinie kann im Schulterbereich ein wenig geschwungen sein, der Rücken aber muss fest sein. Besonderer Wert wird auf korrekte Gliedmaßen und korrekte Klauen gelegt.

Bullen sollen sehr hohe Zunahmen zeigen und eine besonders gute Bemuskelung an Schulter, Rücken und Keule.

 

Weibliche Tiere sollen hohe Zunahmen zeigen und eine gute Bemuskelung an Schulter, Rücken und Keule.

Die Charolaiskuh soll aufgrund regelmäßig lebend geborener Kälber, guter Milchleistung und guter Mütterlichkeit eine gute Aufzuchtleistung zeigen. Eine lange Nutzungsdauer wird angestrebt.

Zu tief hängende Euter und nicht saugfähige Zitzen werden mit Typ 4 bewertet.

 

 

Rassebeschreibung und Zuchtziel
der Rasse Galloway

Ursprungsland:  Schottland

 

Farbschläge:

Einfarbig:

schwarz, dunkel (blond) oder rot

Am ganzen Körper pigmentiert. Weiße Flecken werden nur am Unterbauch hinter dem Nabel geduldet. Schwarze Kühe mit mahagonifarbenem Anflug am Körper.

 

White:

Grundfarbe weiß, optimaler Weise sind Maul, Ohren, Augenumrandungen und Füße pigmentiert. Fellflecken bis Handtellergröße sind zulässig. Unterzeichnungen führen zu Punktabzug, werden aber nicht als Farbfehler angesehen.

 

Belted:

Durchgehend weißer Bauchring ohne weitere weiße Flecken. Weiße Abzeichen an den Füßen sind nicht gestattet. Hautpigmentierungen im Belt sind erlaubt, Fellflecken nicht. Hautpigmentierungen am Penisschaft sind erlaubt.

 

Rigget:

Die Tiere sollen am Körper überwiegend pigmentiert sein. Optimal gezeichnete Tiere haben weiße Augentropfen und eine weiße Halskrause.

 

Fell:

  • dichtes, mittelfeines Unterhaar

  • längeres, gewelltes Oberhaar

     

Eckdaten für ausgewachsene Bullen und Kühe:

Galloways sind klein- bis mittelrahmig innerhalb der Rinderpopulation. Es gibt sie klein-, mittel- und großrahmig. Die Rahmengröße ist kein Kriterium für den Wert eines Tieres.

 

Bullen

Kühe

Kreuzbeinhöhe, cm

um 135

um 125

Gewicht, kg

um 850

um 580

 

 

 

 

 

 

 

Zuchtziel

Sowohl Bullen, als auch weibliche Tiere werden nicht auf maximale Zunahmen und Gewichte selektiert.

 

Ein Monitoring für das Merkmal „tägliche Zunahmen“ wird für Bullen anlässlich der Körung bis zu einem Alter von 18 Monaten vorgenommen. Im Vordergrund der Selektion stehen das Exterieur und die fruchtbare Kuh mit jährlicher Kalbung und lebend geborenen Kälbern. Eine lange Nutzungsdauer wird angestrebt.

 

Die in der Rassebeschreibung bezüglich Farbschläge, Pigmentierung, Fell und Körperbau genannten Eigenschaften sind bei der Exterieurbeurteilung zu berücksichtigen.

Beim Farbschlag „einfarbig“ werden weiße Flecken außerhalb des Unterbauches und am/vorm Nabel mit der Typnote 4 bewertet.

Beim Farbschlag „white“ werden mehr als handtellergroße Fleckungen mit der Typnote 4 bewertet.

Beim Farbschlag „belted“ werden ein nicht durchgängiger Belt und Flecken im Belt mit der Typnote 4 bewertet. Hornansätze oder geringste Hornplatten sowie zu tief liegende Euter oder nicht saugfähige Zitzen werden mit max. Note 4 im Typ bewertet.

 

 

Rassebeschreibung und Zuchtziel
der Rasse Hereford

Farbe:

  • rotbraunes Haarkleid mit weißem Kopf, der dominant vererbt wird

  • weiß sind außerdem Hals, Brust, Bauch, Beine und Schwanzquaste

  • ein weißer Nacken ist erwünscht 

 

Körperbau:

  • die Rasse steht im mittleren, zum Teil schon größeren Rahmen

  • es gibt gehörnte und genetisch hornlose Tiere

  • harmonischer, gut proportionierter Körperbau mit tiefem Rumpf

  • guter Fleischansatz ohne sichtbare Verfettung

  • stark bemuskelte Vorhand

 

Produktionseigenschaften:

  • robuste Rasse, ganzjährige Freilandhaltung möglich    

  • überragende Verwertung von Grünland

  • Umgänglichkeit, Leichtkalbigkeit

  • ausgeprägter Mutterinstinkt

  • hervorragende Fleischqualität (feinfaserig, marmoriert)

 

Eckdaten für ausgewachsene Bullen und Kühe:

 

Bullen

Kühe

Kreuzbeinhöhe, cm

um 150

um 140

Gewicht, kg

um 1130

um 730

 

 

 

      

 

 

Zuchtziel

Die in der Rassebeschreibung gemachten Vorgaben bzgl. Farbe und Körperbau sind bei Exterieurbewertungen entsprechend zu berücksichtigen.

 

Ein schwarzes Flotzmaul oder andere deutliche Farbabweichungen im Fell werden bei der  Exterieurbewertung max. mit der Typnote 4 bewertet.

 

Weitere deutliche unerwünschte Abweichungen vom beschriebenen Körperbau werden bei der Exterieurbewertung mit max. Note 5 im Typ und/oder Skelett bewertet.

 

Die Euterform ist bei der Kuheinstufung in der Typnote zu berücksichtigen. Zu tief liegende Euter oder nicht saugfähige Zitzen werden mit max. Note 4 im Typ bewertet.

 

Mit guter Fruchtbarkeit, problemloser Abkalbung und Mütterlichkeit soll die Herefordkuh ein gesundes, vitales Kalb pro Jahr aufziehen.